Am 1. Juli 2026 endet die MiCA-Übergangsfrist. Was das für deine Krypto-Assets bedeutet, wie du deinen Anbieter prüfst und was du jetzt tun solltest.
Am 23. Juni 2026 hat die EU-Wertpapieraufsicht ESMA klargestellt, was zum Ende der MiCA-Übergangsfrist am 1. Juli 2026 passiert. Für Krypto-Anleger ist das mehr als eine Randnotiz: Wer bei einem Anbieter ohne MiCA-Lizenz bleibt, riskiert den Zugriff auf die eigenen Assets. Hier der klare Überblick, was sich ändert und was du jetzt tun solltest.
MiCA (Markets in Crypto-Assets) ist die einheitliche EU-Verordnung zur Regulierung von Krypto-Dienstleistern. Sie gilt in allen EU-Mitgliedstaaten gleichermaßen und legt fest, welche Anbieter unter welchen Bedingungen Krypto-Dienste anbieten dürfen.
Ein CASP (Crypto-Asset Service Provider) ist ein Krypto-Dienstleister wie eine Börse, ein Broker oder ein Verwahrer, der unter MiCA eine offizielle Zulassung benötigt, um Kunden in der EU bedienen zu dürfen.
Nach einer Übergangsphase gilt ab dem 1. Juli 2026: Nur noch offiziell zugelassene CASPs dürfen Kunden in der EU bedienen.
Einige Anbieter haben ihre MiCA-Lizenz bereits. Bitpanda zum Beispiel ist als lizenzierter Anbieter zugelassen. Andere Plattformen, darunter laut ESMA auch größere, die bisher unter nationalen Regelungen tätig waren, könnten den Stichtag ohne Zulassung erreichen. Diese Anbieter müssen ihr EU-Geschäft dann geordnet abwickeln.
1. Keine neuen Kunden, eingeschränkter Betrieb: Nicht-lizenzierte Anbieter dürfen ab dem 1. Juli keine neuen EU-Kunden mehr aufnehmen und kein Marketing mehr betreiben. Erlaubt sind nur noch Aktionen, die nötig sind, damit du deine Krypto-Assets verkaufen, transferieren oder Positionen schließen kannst.
2. Fristen mit automatischer Schließung: Betroffene Plattformen müssen ihren Kunden klare Fristen kommunizieren, bis wann Assets abgezogen werden können. Wer diese Frist verstreichen lässt, muss damit rechnen, dass verbleibende Positionen automatisch geschlossen werden. Das kann je nach Situation auch steuerliche Folgen haben, etwa wenn dadurch ein steuerpflichtiger Verkauf ausgelöst wird.
3. Kein MiCA-Schutz bei nicht-lizenzierten Anbietern: Der wichtigste Punkt: ESMA warnt ausdrücklich, dass Kunden von nicht-lizenzierten Anbietern, ob innerhalb oder außerhalb der EU, nicht von den MiCA-Schutzmechanismen profitieren. Das betrifft auch den Schutz der eigenen Kundengelder und Krypto-Assets.
Die MiCA-Migration ist nur einer von mehreren regulatorischen Stichtagen, die in den kommenden Jahren greifen. Die folgende Übersicht zeigt, wie MiCA und die kommende DAC8-Meldepflicht zeitlich zusammenhängen:

Während MiCA regelt, wer überhaupt Krypto-Dienste anbieten darf, sorgt DAC8 ab 2027 dafür, dass Transaktionsdaten automatisch an die Finanzbehörden gemeldet werden. Für dich heißt das: Die Zeiten, in denen Krypto-Aktivitäten weitgehend im Verborgenen blieben, gehen zu Ende. Eine saubere, nachvollziehbare Dokumentation deiner Transaktionen wird damit immer wichtiger.
Mehr dazu in unserem DAC8-Steuerguide.
1. Status prüfen: Schau im offiziellen ESMA-Register nach, ob deine Krypto-Börse oder dein Broker bereits MiCA-lizenziert ist.
2. Sichern oder wechseln: Hat dein Anbieter keine Lizenz, übertrage deine Assets rechtzeitig zu einem lizenzierten Anbieter oder auf eine eigene Wallet (Self-Hosted Wallet), bei der du die Keys selbst verwahrst.
3. Transfers dokumentieren: Wenn du jetzt Coins zwischen Plattformen oder auf eine eigene Wallet verschiebst, behalte den Überblick. Solche Bewegungen sind zwar in der Regel kein steuerpflichtiges Ereignis, müssen aber sauber dokumentiert sein, damit deine Steuersituation nachvollziehbar bleibt und Haltefristen oder Anschaffungskosten nicht verloren gehen.
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</svg></div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Tipp</span></div></div><div class="label"><strong id="">Mit </strong><a id="" href="/de-de/krypto-steuerrechner"><strong id="">Blockpit</strong></a><strong id=""> den Überblick behalten:</strong> Führe deine Bestände über alle Börsen und Wallets an einem Ort zusammen, behalte Haltefristen und Anschaffungskosten im Blick und sei vorbereitet, wenn Banken, Börsen oder Behörden Fragen stellen. So gehst du auch durch regulatorische Umbrüche mit einem klaren Steuerüberblick.</div></div>
Du kannst deine Assets weiterhin verkaufen, transferieren oder Positionen schließen. Der Anbieter muss dir dafür eine Frist nennen. Lässt du diese verstreichen, können offene Positionen automatisch geschlossen werden. Übertrage deine Coins also rechtzeitig zu einem lizenzierten Anbieter oder auf eine eigene Wallet.
Im offiziellen ESMA-Register kannst du prüfen, ob dein Anbieter eine MiCA-Zulassung hat. Bekannte lizenzierte Anbieter sind zum Beispiel Bitpanda.
MiCA gilt einheitlich in allen EU-Mitgliedstaaten, also auch in Deutschland und Österreich. Die Schweiz ist kein EU-Mitglied und hat eine eigene Krypto-Regulierung, kann aber indirekt betroffen sein, wenn Schweizer Nutzer EU-Anbieter verwenden.
Ja. Anbieter mit Sitz außerhalb der EU dürfen EU-Kunden grundsätzlich nicht aktiv bedienen oder ansprechen. Eine enge Ausnahme gilt nur, wenn du komplett von dir aus auf den Anbieter zugehst (Reverse Solicitation).
Das reine Übertragen von Coins zwischen eigenen Wallets oder Konten ist in der Regel kein steuerpflichtiges Ereignis. Wichtig ist aber, dass du Anschaffungskosten und Haltefristen lückenlos dokumentierst, damit deine Steuersituation nachvollziehbar bleibt.
Wird eine offene Position automatisch geschlossen, weil du die Frist deines Anbieters verpasst hast, gilt das wie ein regulärer Verkauf. Liegt der Verkauf innerhalb der Haltefrist und entsteht ein Gewinn, kann darauf Steuer anfallen, ohne dass du den Zeitpunkt selbst gewählt hast. Genau deshalb ist es wichtig, deine Assets rechtzeitig und kontrolliert zu übertragen, statt eine Zwangsschließung zu riskieren. So behältst du die Kontrolle über den Verkaufszeitpunkt und damit auch über mögliche steuerliche Folgen.
Die in diesem Blogbeitrag bereitgestellten Informationen dienen lediglich allgemeinen Informationszwecken. Sie wurden nach bestem Wissen erstellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Für detaillierte Informationen zu Krypto-Regulierungen empfehlen wir, einen zertifizierten Rechtsberater im jeweiligen Land zu kontaktieren.
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