DAC8 Österreich: Was das Finanzamt ab 2027 über Krypto erfährt

Seit 2026 erfassen Krypto-Börsen deine Daten, bis 31. Juli 2027 melden sie an das BMF. Was gemeldet wird, ob es rückwirkend gilt und was du jetzt tun solltest.

Auf einen Blick

  • Neues Gesetz seit 2026: Mit dem Krypto-Meldepflichtgesetz setzt Österreich die EU-Richtlinie DAC8 und den OECD-Standard CARF um. Es gilt seit 1. Jänner 2026.
  • Die Anbieter melden, nicht du: Krypto-Börsen, Broker und Wallet-Anbieter erfassen deine Daten und Transaktionen und melden sie bis 31. Juli des Folgejahres an das BMF, erstmals 2027 für das Jahr 2026.
  • Nicht rückwirkend, aber mit Folgen für Vorjahre: Gemeldet werden nur Daten ab 2026. Das Finanzamt kann diese Informationen aber nutzen, um auch frühere Jahre zu prüfen.
  • Die Steuerpflicht ändert sich nicht: DAC8 schafft keine neue Steuer. Deine Gewinne musst du weiterhin selbst richtig ermitteln und erklären, soweit keine KESt abgezogen wurde.
Florian Wimmer
Florian Wimmer
Blockpit CEO & Krypto-Steuer Experte
•
23.10.2026
•
Lesezeit:
X
Minuten

Seit 1. Jänner 2026 gilt in Österreich das Krypto-Meldepflichtgesetz (Krypto-MPfG). Damit erfassen Krypto-Börsen, Broker und Wallet-Anbieter Daten zu ihren Nutzern und deren Transaktionen. Bis 31. Juli 2027 melden sie die Daten für das Jahr 2026 an das Bundesministerium für Finanzen, Anbieter aus anderen Ländern über den internationalen Informationsaustausch. Gemeldet werden nur Daten ab 2026, das Finanzamt kann sie aber auch nutzen, um frühere Jahre zu prüfen.

Du siehst dir das lieber als Video an? Dann hier entlang:

DAC8 in Österreich auf einen Blick

<figure class="block-table"><table><tr><th>Thema</th><th>Was gilt</th></tr><tr><td>Rechtsgrundlage</td><td>Krypto-Meldepflichtgesetz (BGBl. I Nr. 96/2025), Umsetzung der EU-Richtlinie DAC8 und des OECD-Standards CARF</td></tr><tr><td>Wer meldet</td><td>Anbieter von Krypto-Dienstleistungen wie Börsen, Broker und Wallet-Anbieter</td></tr><tr><td>Was gemeldet wird</td><td>Identitätsdaten inklusive Steuernummer sowie Transaktionen, zusammengefasst pro Kryptowert</td></tr><tr><td>Erfassung ab</td><td>1. Jänner 2026</td></tr><tr><td>Meldung an das BMF</td><td>Jährlich bis 31. Juli des Folgejahres, erstmals bis 31. Juli 2027</td></tr><tr><td>Rückwirkend</td><td>Nein, gemeldet werden nur Daten ab 2026</td></tr><tr><td>Deine Pflicht</td><td>Unverändert: Einkünfte ohne KESt-Abzug in der Steuererklärung angeben</td></tr></table></figure>

Was sind DAC8 und CARF?

CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) ist ein Standard der OECD für den automatischen Austausch von Steuerinformationen über Kryptowerte. Er funktioniert ähnlich wie der seit Jahren bestehende Austausch von Bankkontodaten. DAC8 ist die EU-Richtlinie, mit der dieser Standard in der Europäischen Union verbindlich wird. In Österreich ist sie im Krypto-Meldepflichtgesetz umgesetzt, das als Teil des Betrugsbekämpfungsgesetzes 2025 beschlossen wurde.

Wichtig: Das Gesetz regelt nur, welche Informationen die Finanzverwaltung erhält. Es führt keine neue Steuer ein und ändert nichts daran, wie Kryptowährungen in Österreich besteuert werden. Wie das funktioniert, erklären wir im Krypto-Steuer-Guide Österreich.

Sind Kryptowährungen nicht anonym?

Ein hartnäckiger Mythos ist, dass das Finanzamt von Kryptowährungen gar nichts erfahren kann. Tatsächlich sind Kryptowährungen sehr transparent: Alle Transaktionen und Wallet-Adressen sind in der Blockchain gespeichert und öffentlich einsehbar. Sie sind zwar nicht direkt mit Namen verknüpft, lassen sich mit den richtigen Informationen aber einer Person zuordnen. Kryptowährungen sind also pseudonym, nicht anonym.

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</svg></div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Gut zu wissen</span></div></div><div class="label">Wenn du einem Freund Bitcoin sendest, stehen nirgends eure Namen. Sichtbar ist aber, dass von deiner Adresse Bitcoin an seine Adresse gegangen sind. Weiß jemand, welche Adresse dir gehört, kann er deine Aktivitäten nachvollziehen.</div></div>

Die Verbindung zu deiner Person entsteht vor allem über Börsen und Broker. Sie müssen bei der Registrierung deine Identität feststellen, das sogenannte KYC (Know Your Customer). Dabei gibst du unter anderem Ausweis, Adresse und Steuernummer an. Damit wissen Börsen, wer du bist, welche Kryptowährungen du hältst und wie du handelst. Mit DAC8 gelangen diese Informationen nun regelmäßig zum Finanzamt.

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Wer an das Finanzamt meldet

Meldepflichtig sind Anbieter von Krypto-Dienstleistungen, also vor allem Börsen, Broker und Anbieter verwahrter Wallets. Das betrifft:

  • Anbieter in Österreich wie Bitpanda oder Coinfinity, die direkt an das österreichische Finanzamt melden,
  • Anbieter in anderen EU-Staaten, die an ihre nationale Behörde melden, welche die Daten an Österreich weitergibt,
  • Anbieter in Drittstaaten, die den OECD-Standard umgesetzt haben und Informationen mit Österreich austauschen.

Nicht direkt erfasst sind Wallets, die du selbst verwahrst, etwa ein Ledger, und dezentrale Börsen ohne Betreiber, der Kundendaten erhebt. Sobald du aber Kryptowährungen über eine Börse kaufst, verkaufst oder auf eine eigene Wallet überträgst, erscheint dieser Vorgang in den Meldungen der Börse.

Welche Daten gemeldet werden

  • Identitätsdaten: Name, Adresse, Geburtsdatum, Wohnsitzstaat und Steuernummer
  • Transaktionen, zusammengefasst pro Kryptowert: Käufe und Verkäufe gegen Euro oder andere Währungen, Tausch gegen andere Kryptowerte sowie Übertragungen auf und von deinem Konto, jeweils mit Gesamtwert und Anzahl der Einheiten

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</svg></div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Gemeldet wird nicht dein Gewinn</span></div></div><div class="label">Die Börse meldet Summen und Werte deiner Transaktionen, nicht deinen steuerpflichtigen Gewinn. Wie hoch der ist, hängt von deinen Anschaffungskosten, dem gleitenden Durchschnittspreis, Altvermögen und Käufen auf anderen Plattformen ab. Diese Berechnung bleibt deine Aufgabe.</div></div>

Der Zeitplan

  • 1. Jänner 2026: Das Krypto-Meldepflichtgesetz tritt in Kraft. Anbieter erfassen ab jetzt die Daten für das Jahr 2026.
  • Bis 1. Jänner 2027: Anbieter müssen von Bestandskunden eine Selbstauskunft mit Wohnsitz und Steuernummer einholen. Neukunden geben sie schon bei der Registrierung ab.
  • Bis 31. Juli 2027: Erste Meldung an das BMF für das Jahr 2026. Danach jedes Jahr bis 31. Juli für das Vorjahr.
  • Ab 2027: Die Finanzbehörden tauschen die Daten mit anderen Staaten aus.

Gilt DAC8 auch rückwirkend?

Nein. Gemeldet werden nur Daten ab dem 1. Jänner 2026. Für frühere Jahre müssen Anbieter unter DAC8 nichts übermitteln.

Das heißt aber nicht, dass frühere Jahre keine Rolle spielen. Erhält das Finanzamt 2027 Informationen über dein Krypto-Konto, kann es auch nachfragen, wie du Einkünfte aus den Jahren davor erklärt hast. Hast du Krypto-Gewinne in der Vergangenheit nicht angegeben, solltest du das deshalb jetzt klären und nicht erst, wenn das Finanzamt nachfragt.

Was sich für dich ändert

Die Steuerpflicht selbst ändert sich nicht. Krypto-Gewinne waren in Österreich auch vor 2026 steuerpflichtig. Neu ist, dass das Finanzamt davon regelmäßig erfährt.

  • Nur österreichische Plattformen: Handelst du ausschließlich über Anbieter wie Bitpanda, die seit 2024 die KESt selbst abziehen, ändert sich für dich wenig. Deine Gewinne sind bereits versteuert.
  • Ausländische Börsen, eigene Wallets, DeFi: Hier zieht niemand Steuer ab. Diese Einkünfte musst du selbst in der Steuererklärung angeben. Durch DAC8 erhält das Finanzamt nun Informationen, mit denen es deine Angaben abgleichen kann.

Warum Börsen nach deiner Wallet fragen

Viele Börsen fragen bei Auszahlungen inzwischen, ob die Ziel-Wallet dir gehört oder einer anderen Person. Das hat mit DAC8 nichts zu tun, sondern mit der EU-Geldtransferverordnung, der sogenannten Travel Rule. Sie soll Geldwäsche verhindern und verlangt, dass bei Krypto-Überweisungen Angaben zu Absender und Empfänger erfasst werden.

Was du jetzt tun solltest

  • Transaktionshistorie sichern: Lade die vollständigen Exporte aller Börsen und Wallets herunter, auch von Konten, die du nicht mehr nutzt. Schließt eine Börse, sind die Daten sonst oft verloren.
  • Selbstauskunft beantworten: Fordert deine Börse dich auf, Wohnsitz und Steuernummer anzugeben, mach das rechtzeitig. Sonst kann das Konto eingeschränkt werden.
  • Offene Jahre prüfen: Kontrolliere, ob du Krypto-Einkünfte ohne KESt-Abzug in früheren Jahren vollständig erklärt hast.
  • Fehler korrigieren: Fehlt etwas, kannst du eine Erklärung berichtigen oder nachreichen. Geht es um nicht erklärte Einkünfte, kommt eine strafbefreiende Selbstanzeige in Betracht. Sie wirkt nur, wenn sie eingebracht wird, bevor das Finanzamt von den Einkünften Kenntnis erlangt, und hat weitere strenge Voraussetzungen. Bring sie deshalb nur mit professioneller Unterstützung ein. Mehr dazu im Guide Steuerfrist verpasst.

Welche anderen Wege das Finanzamt nutzt, um von deinen Kryptowährungen zu erfahren, liest du im Guide Wie erfährt das Finanzamt von Kryptowährungen?

Wie Blockpit dir hilft

  • Alle Plattformen in einem Bericht: Blockpit importiert deine Daten per API, Wallet-Adresse oder CSV und führt Börsen, Wallets und DeFi zusammen.
  • Bericht für die E1kv: Du erhältst die Werte für die Beilage E1kv, berechnet nach österreichischen Regeln, und eine nachvollziehbare Aufstellung aller Transaktionen. Wie du sie einträgst, zeigt die Anleitung für FinanzOnline.
  • Auch rückwirkend: Du kannst Transaktionen vergangener Jahre erfassen und Berichte für jedes Jahr erstellen.
  • Selbst machen oder machen lassen: Erstelle deinen Bericht selbst oder gib die Aufbereitung an den Blockpit Expert Service ab, etwa bei mehreren offenen Jahren oder vielen Plattformen.

Du bist Krypto-Dienstleister und musst selbst nach DAC8 melden? Dafür gibt es die Blockpit DAC8-Reporting-Lösung.

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Häufige Fragen

Gilt DAC8 auch rückwirkend für Krypto-Transaktionen vor 2026?

Nein. Unter DAC8 und dem Krypto-Meldepflichtgesetz werden nur Daten ab dem 1. Jänner 2026 gemeldet. Das Finanzamt kann die gemeldeten Informationen aber zum Anlass nehmen, auch frühere Jahre zu prüfen. Hast du Krypto-Gewinne in der Vergangenheit nicht erklärt, solltest du das deshalb jetzt klären.

Meldet Bitpanda meine Daten auch unter DAC8?

Ja. Bitpanda ist als österreichischer Anbieter von Krypto-Dienstleistungen meldepflichtig und übermittelt deine Daten und Transaktionen ab 2026 an das BMF, erstmals bis 31. Juli 2027. Da Bitpanda seit 2024 auch die KESt auf Gewinne selbst abzieht, ändert sich für dich steuerlich wenig, wenn du nur dort handelst.

Muss ich wegen DAC8 selbst etwas an das Finanzamt melden?

Nein, meldepflichtig sind die Anbieter, nicht du. Deine Pflichten bleiben dieselben wie bisher: Einkünfte aus Kryptowährungen ohne KESt-Abzug gibst du in der Beilage E1kv deiner Steuererklärung an. Fordert deine Börse eine Selbstauskunft mit Wohnsitz und Steuernummer an, solltest du diese rechtzeitig abgeben.

Werden auch Transaktionen von Wallets wie Ledger gemeldet?

Nicht direkt. Wallets, die du selbst verwahrst, haben keinen Betreiber, der Daten meldet. Überträgst du aber Kryptowährungen von einer Börse auf deine Wallet oder zurück, erscheint diese Übertragung in den Meldungen der Börse. Steuerpflichtig bleiben deine Gewinne unabhängig davon, wo du deine Kryptowährungen verwahrst.

Was passiert, wenn ich Krypto-Gewinne aus früheren Jahren nicht erklärt habe?

Du kannst fehlerhafte Erklärungen berichtigen oder fehlende nachreichen. Geht es um nicht erklärte Einkünfte, kommt eine strafbefreiende Selbstanzeige in Betracht. Sie wirkt nur, wenn das Finanzamt noch keine Kenntnis von den Einkünften hat, und sollte mit professioneller Unterstützung eingebracht werden. Mit dem Blockpit Expert Service kannst du die Transaktionen offener Jahre aufbereiten lassen.

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