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Ab 1. Januar 2026 wird’s ernst: Deine Krypto-Börse schickt deine Daten im Zeitraum ab 01.01.2026 automatisch ab 2027 an die Steuerbehörden.
Grund ist CARF – ein von der OECD abgestimmter Melderahmen, der in 52 Ländern gilt. Nicht du meldest, die Dienstleister müssen melden: Börsen, Broker, Wallet-Anbieter. Ergebnis: Deine Krypto-Aktivitäten werden für den Staat sichtbar.
Die Zeit des “wilden Westens” im Krypto-Space ist vorbei. Wer jetzt nicht sauber dokumentiert, hat 2026/27 schlechte Karten bei Nachfragen. In diesem Guide erklären wir, was CARF und DAC8 konkret für dich bedeuten und wie du mit Blockpit perfekt vorbereitet bist.
Du siehst dir das lieber als Video an? Dann hier entlang:
Doch sind Kryptowährungen nicht anonym?
Einen Schritt zurück. Vielleicht fragst du dich gerade: Sind Kryptowährungen nicht anonym – und kann das Finanzamt deshalb unmöglich über deine Kryptos Bescheid wissen?
Das ist ein hartnäckiger Mythos. Stimmt das? Nein.
Krypto ist eigentlich sehr transparent: Alle Transaktionen und Wallet-Adressen sind in der Blockchain gespeichert und öffentlich einsehbar. Die Vorgänge sind zwar nicht direkt mit persönlichen Daten verknüpft, lassen sich aber mit den richtigen Informationen theoretisch einer Person zuordnen. Krypto ist also pseudonym, nicht anonym.
<div fs-richtext-component="info-box" class="info-box"><div class="flex-info-card"><img src="https://assets-global.website-files.com/65098a145ece52db42b9c274/650c6f4cef4c34160eab4440_Info.svg" loading="lazy" width="64" height="64" alt="" class="icon-info-box"><div fs-richtext-component="info-box-text" class="info-box-content"><p class="color-neutral-800">Konkret: Wenn du einem Freund Bitcoin sendest, stehen zwar nirgends eure Namen. Sichtbar ist aber, dass von deiner Adresse BTC an seine Adresse gegangen sind. Weiß jemand, welche Adresse dir gehört, kann er deine Aktivitäten nachvollziehen.</p></div></div></div>

Hat das Finanzamt heute schon Zugriff auf diese Daten?
Jein. Aktuell vielleicht noch nicht flächendeckend – aber die Chancen, dass es bald so ist, steigen deutlich.
Warum? Fangen wir an der Basis an: Kryptobörsen sind verpflichtet, deine Identität festzustellen. Das nennt sich KYC (Know Your Customer) und passiert bei der Registrierung. Dabei übermittelst du u. a. Reisepass, Adresse und weitere Daten.
Damit haben Börsen deine persönlichen Angaben sowie Informationen darüber, welche Kryptos du hältst und wie du handelst. Aber wie kommen diese Infos zum Finanzamt?
Weil die Regulierung aufholt, was technologisch längst Realität ist. Melde- und Steuerpflichten werden ausgebaut und zunehmend durchgesetzt. Die Zeit, in der Krypto sozusagen der wilde Westen war – mit „machen, was man will“ und wenig Rücksicht auf Steuern – ist vorbei. Kurz gesagt: Der Staat will seinen Anteil, und die Instrumente dafür (z. B. CARF/DAC8) stehen in den Startlöchern.
Was CARF und DAC8 konkret regeln
CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) wurde von der OECD im August 2022 beschlossen und umfasst inzwischen über 50 teilnehmende Staaten. DAC8 ist die EU-Umsetzung von CARF (Directive on Administrative Cooperation, 8. Fassung) – inhaltlich im Wesentlichen identisch, nur EU-rechtlich verankert. Beide greifen ab dem 01.01.2026; die erste Datenübermittlung an die Finanzbehörden erfolgt 2027 für die Daten des Jahres 2026.
Wer ist meldepflichtig? Krypto-Dienstleister mit einer Lizenz oder Niederlassung in einem teilnehmenden Land – also auch Anbieter, die formal in Hongkong, Cayman Islands oder den Bahamas sitzen, aber etwa über eine Tochter in Malta, Litauen oder Deutschland operieren (Beispiele: Binance, Bybit). Effektiv: alle relevanten zentralen Börsen sind betroffen. DEXs ohne KYC-Layer sind technisch außen vor – aber das Auszahlungsgateway zur CEX bleibt sichtbar.

Die wichtigsten Stichtage auf einen Blick:
- Januar 2026: DAC8 tritt in Kraft. Krypto-Dienstleister (CASPs) müssen ab jetzt die Daten für das Steuerjahr 2026 erfassen, also KYC-Stammdaten, Steuer-ID und Transaktionen.
- Juli 2026: Migration-Deadline aus der MiCA-Regulierung (ein eigenes Regelwerk neben CARF/DAC8): MiCA-lizenzierte Anbieter müssen ihre EU-Nutzer von der globalen auf ihre EU-Entität umziehen. Was hinter MiCA steckt und was das für dich bedeutet, liest du in unserem Artikel zur MiCA-Frist.
- Mai 2027: Nationale Reporting-Deadline. Die Plattformen übermitteln die 2026er-Daten erstmals an die nationale Finanzbehörde.
- September 2027: Internationale Reporting-Deadline. Die Behörden tauschen die Daten länderübergreifend aus.
- Ab 2028: Der Datenabgleich läuft im Regelbetrieb.
Welche Daten werden übermittelt?
- KYC-Daten: Name, Adresse, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Steuer-ID
- Transaktionen:
- Tausch von Krypto zu Krypto
- Tausch von Krypto zu Fiat (z. B. EUR)
- Ein- und Auszahlungen (z. B. Wallet-Transfers)
- Tausch von Krypto zu Krypto
- Wallet-Informationen: Bei Transfers musst du künftig angeben, ob es sich um deine eigene Wallet handelt oder um eine Dritt-Wallet
Noch nicht verpflichtend sind z. B. Staking-Erträge – aber das kann sich auf Länderebene jederzeit ändern.
Werden auch rückwirkend Daten gemeldet?
Grundsätzlich nein: Im Rahmen von CARF und DAC8 werden nur Daten ab 2026 gemeldet.
Aber Achtung: Steuerbehörden können unabhängig davon Sammelauskunftsersuchen an Krypto-Börsen stellen. Dann müssen diese ggf. auch Daten aus früheren Jahren übermitteln.
Ein Beispiel: Bei Bitcoin.de wurden seit Mai 2023 Personen kontaktiert, die zwischen 2015 und 2017 mehr als 50.000 € pro Jahr gehandelt haben. Der Fall zeigt: Krypto-Transaktionen können auch Jahre später noch steuerlich relevant sein.
Was passiert mit den Daten?
2027 werden die ersten gemeldeten Daten bei den nationalen Finanzbehörden eintreffen – darunter auch in Österreich und Deutschland. Was genau dann passiert, ist offiziell noch unklar, aber sehr wahrscheinlich ist:
- Abgleich mit vorhandenen Steuerdaten: Wer Krypto hat, aber nichts gemeldet hat, könnte auffallen.
- „Rote Flagge“ bei den Behörden: Alle Personen mit gemeldetem Krypto-Account werden vermutlich intern markiert – und bei Bedarf genauer geprüft.
- Fokus auf die Top-User: Besonders Nutzer mit hohem Handelsvolumen oder großen Einzahlungen könnten früh Post vom Finanzamt bekommen.
<div fs-richtext-component="info-box" class="info-box warning"><div class="flex-info-card"><img src="https://assets-global.website-files.com/65098a145ece52db42b9c274/650c6f473e84badfdd6e059e_Care.svg" loading="lazy" width="64" height="64" alt="" class="icon-info-box"><div fs-richtext-component="info-box-text" class="info-box-content"><p class="color-neutral-800">Mit CARF enden die Datenlücken: Ab 2027 melden Krypto-Dienstleister Transaktionen automatisch an die Behörden. Weltweit gehen Millionen Datensätze raus – bei Binance allein >100 Mio. Accounts. In Österreich dürften ab 2027 mindestens 600.000 Personen betroffen sein.</p></div></div></div>
Was bedeutet das für dich als Krypto-Nutzer?
Wenn du vom Finanzamt informiert wurdest – etwa per Schreiben – und anschließend nichts unternimmst, kann das als vorsätzliche Steuerhinterziehung gewertet werden. Die Folgen reichen von Geldstrafen bis hin zu Haft, und ein „Ich wusste das nicht“ zählt dann nicht mehr als Ausrede. Bisher kam man mit einer freiwilligen Nachmeldung oft noch glimpflich davon – ab 2027 könnte sich das ändern.
Mit Blockpit auf der sicheren Seite
- Dokumentiere ab sofort alles: Erfasse deine Krypto-Transaktionen vollständig – auch für vergangene Jahre.
- Steuerlich korrekt tracken: Blockpit importiert deine Daten (API/SSO/Public Key/CSV) und erstellt Reports auf Knopfdruck.
- Kostenlos starten: Registrierung nur mit E-Mail, keine Zahlungsdaten oder personenbezogene Daten nötig.
- Proaktiv statt Panik: Warte nicht auf Post vom Finanzamt – tracke jetzt und sei vorbereitet.
Häufige Fragen zu CARF und DAC8
Was ist der Unterschied zwischen CARF und DAC8?
CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) ist ein internationaler OECD-Standard für den automatischen Datenaustausch über Krypto-Transaktionen. DAC8 ist die EU-Richtlinie, die CARF in europäisches Recht umsetzt. Beide verpflichten Krypto-Dienstleister, Nutzerdaten an Steuerbehörden zu melden.
Welche Daten werden konkret gemeldet?
Gemeldet werden Name, Adresse, Steuer-Identifikationsnummer sowie alle Transaktionen: Käufe, Verkäufe, Tauschgeschäfte und Einnahmen aus Staking oder Mining. Auch Wallet-zu-Wallet-Transfers zu nicht verifizierten Wallets können gemeldet werden.
Ab wann gilt die Meldepflicht?
Krypto-Dienstleister müssen Transaktionsdaten ab dem 1. Januar 2026 erfassen. Die erste Meldung an die Steuerbehörden erfolgt im Jahr 2027. Rückwirkende Daten aus 2025 können unter Umständen ebenfalls relevant sein.
Was sollte ich jetzt tun?
Stelle sicher, dass alle deine Krypto-Transaktionen vollständig dokumentiert sind. Importiere alle Exchanges und Wallets in Blockpit und erstelle einen aktuellen Steuerreport. So bist du bei einer automatischen Meldung durch DAC8 vorbereitet und kannst Differenzen erklären.
Hilfreiche Links
Ökosoziales Steuerreformgesetz 2022 (BGBl. I Nr. 10/2022): Link zum Bundesgesetzblatt
Einkommensteuergesetz (EStG) § 27a – Besonderer Steuersatz für Einkünfte aus Kapitalvermögen: Link zur RIS-Abfrage
BMF – Steuerliche Behandlung von Kryptowährungen: bmf.gv.at
OECD Crypto-Asset Reporting Framework (CARF): Link zum OECD-Dokument
EU-Richtlinie DAC8 (2023/2226/EU): Link zur EU-Richtlinie
05/2026: Update auf 2026