Viele Börsen, Börsenpleiten, offene Steuerjahre: Ein Anleger erzählt im Interview, wie er seine Historie aufgearbeitet hat und was die Selbstanzeige kostet.
Über zehn Jahre Krypto, unzählige Börsen und Tokens, mehrere Börsenpleiten und irgendwann die Erkenntnis: Die Steuern sind über all die Jahre liegen geblieben. So wie diesem Anleger geht es vielen, die schon lange dabei sind. Er hat sich entschieden, seine offenen Jahre aufzuarbeiten und nachzumelden.
Im Interview erzählt er, warum er es lange vor sich hergeschoben hat, woran er beim Aufräumen gescheitert ist und was ihn die Selbstanzeige kostet. Er lebt in Österreich, seine Erfahrungen lassen sich aber gut auf Deutschland übertragen. Weil sein Verfahren noch läuft, haben wir alle Angaben anonymisiert.
Da es wirklich schon lange her ist, kann ich die genauen Anfänge schwer skizzieren. Es war wohl ein Mix aus mehreren Quellen. Im Internet hat man vom legendären ersten Kauf einer Pizza mit Bitcoin gelesen, in der Arbeit haben technikaffine Kollegen über Bitcoin gesprochen, und in den Nachrichten gab es auch schon erste Berichte. Das Interesse war geweckt.
In den ersten Jahren gar nicht. Viele Krypto-Broker verlangten weder eine KYC-Prüfung noch andere Dokumente oder Nachweise. Das Ganze fühlte sich an wie der Wilde Westen, eine neue, unregulierte Welt. Im Nachhinein war es naiv zu glauben, dass das so bleibt. Der Gedanke an Steuern kam erst, als nach und nach Regulierungen ins Spiel kamen und Auszahlungen ein Thema wurden.
Einerseits habe ich es lange aufgeschoben, weil ich immer selbst Ordnung in das Chaos bringen und finale Regulierungen abwarten wollte. Durch die große Zahl an Börsen und Tokens wurde es dann aber sehr unübersichtlich, und über die Jahre hatte sich einfach zu viel angesammelt.
Meine Investitionen dort waren überschaubar. Ich habe sie gedanklich schnell abgeschrieben, weil ich davon ausging, dass die Chance, bei unregulierten Börsenpleiten etwas zurückzubekommen, sehr gering ist.
Darüber habe ich mir viele Jahre leider keine Gedanken gemacht. Irgendwann liest man im Internet, dass das nicht immer gleich betrachtet wird und es je nach Fall unterschiedliche begründete Sichtweisen gibt. Ich denke, hier weiß die Steuerkanzlei am besten, was funktioniert. Alles andere war bei mir nur Mutmaßung.
Definitiv. Man weiß nie, wann eine Börse nicht mehr erreichbar ist und man den Zugriff verliert. Deshalb sollte man regelmäßig Nachweise zu allen Transaktionen herunterladen und sicher aufbewahren. Ein Portfolio-Tool wie Blockpit vereinfacht das mit der API-Anbindung natürlich enorm.
Die immer stärker spürbare Regulierung, etwa KYC bei allen Börsen, und die Ankündigungen zum Datenaustausch der Börsen über DAC8.
<div class="card_body_small infobox margin-bottom_medium margin-top_small"><div class="flex_horizontal-copy gap-xxsmall margin-bottom_xxsmall"><div class="icon_small is-infobox w-embed"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="24" height="24" viewBox="0 0 24 24" fill="none">
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</svg></div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Was DAC8 ändert und was nicht</span></div></div><div class="label">Seit 2026 erfassen Krypto-Börsen in der EU Daten zu ihren Nutzern und Transaktionen. In Deutschland melden sie die Daten für 2026 bis 31. Juli 2027 an das Bundeszentralamt für Steuern. Gemeldet werden nur Daten ab 2026, frühere Jahre nicht. Die Meldungen können aber Rückfragen zu älteren Käufen auslösen, etwa wann und zu welchem Preis ein Coin gekauft wurde. Mehr dazu im Guide: DAC8 und KStTG</div></div>
Ob ein vollständiges und nachvollziehbares Bild überhaupt möglich ist. Bei der schieren Menge an unsinnigen Coins und Tokens, Börsen, Wallets und Transaktionen über die Jahre hinweg.
Ja, mehrmals. Ich bin aber immer wieder gescheitert, an der Datenmenge und an den Tools mit ihren Grenzen und Eigenheiten, mit denen man sich erst vertraut machen muss.
Blockpit kannte ich schon länger, es war bei mir auch schon in der engeren Auswahl, vor allem wegen der einfachen Bedienung. Im Vergleich zu anderen Tools fand ich es intuitiver und übersichtlicher. Auch Vertrauen hat eine wichtige Rolle gespielt: Das Unternehmen sitzt in Österreich und kennt die Behörden und Anforderungen hier im Land.
An die richtigen Transaktionsdaten zu kommen. Jede Börse stellt andere Exporte und Formate zur Verfügung. Man muss wissen, welcher Export für welche Börse nötig ist und wie man beim Import die Datenqualität sicherstellt.
Die vollständige und transparente Aufarbeitung meiner kompletten Transaktionshistorie. Dazu gehörte auch, die Hinweise und Fehler aufzulösen, mit denen ich mich aus Zeitgründen viel zu wenig beschäftigt hatte. Ich hatte den Eindruck, dass dort sehr kompetente Leute arbeiten, die sich bei Bedarf auch mit Kollegen abstimmen. Jede Frage wurde beantwortet, man hat sich Zeit genommen, und durch die intensive Arbeit mit meinen sehr persönlichen Daten ist fast eine persönliche Beziehung entstanden.
Da war ich am Anfang wohl am skeptischsten. Ich wollte meine Datenlage aber unbedingt verbessern und die Aufarbeitung endlich abschließen, also musste ich das in Kauf nehmen. Mein persönlicher Berater hat in unseren Calls einen sehr kompetenten und vertrauensvollen Eindruck gemacht, das hat es mir leichter gemacht.
Ursprünglich dachte ich, ich mache das selbst. Meine Daten sollten vollständig und korrekt aufgearbeitet sein, und mit den Steuerberichten von Blockpit hätte ich die Selbstanzeige dann selbst einreichen können. Aber das Thema war mir dann doch zu heikel. Ich hatte zu viele Fragen: Wie schreibt man eine Selbstanzeige korrekt? Was passiert, wenn darin Fehler sind? Welche Schritte folgen beim Finanzamt?
Definitiv. Allerdings musste sich auch die Kanzlei einige Stunden lang selbst ein Bild von der Datenqualität machen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Es ist aber nachvollziehbar: Wenn eine Kanzlei jemanden vertritt, muss sie hinter den Zahlen stehen können.
<div class="card_body_small infobox red margin-bottom_medium margin-top_small"><div class="flex_horizontal gap-xxsmall margin-bottom_xxsmall"><div class="icon_small is-infobox w-embed"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="24" height="24" viewBox="0 0 24 24" fill="none">
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</div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Eine Selbstanzeige verzeiht keine Lücken</span></div></div><div class="label">Eine Selbstanzeige nach § 371 AO kann in Deutschland vor Strafe schützen, aber nur, wenn sie vollständig ist und rechtzeitig kommt, also bevor das Finanzamt die Tat entdeckt oder eine Prüfung ankündigt. Vollständig heißt: Angaben zu allen unverjährten Taten einer Steuerart, mindestens der letzten zehn Kalenderjahre. Steuern und Zinsen müssen fristgerecht nachgezahlt werden. Liegt die hinterzogene Steuer über 25.000 Euro pro Tat, wird zudem nur gegen einen zusätzlichen Zuschlag von der Verfolgung abgesehen. Reiche eine Selbstanzeige deshalb nur mit einer Steuerberatung oder einem Fachanwalt für Steuerrecht ein. Mehr dazu im Guide: DAC8 und Selbstanzeige</div></div>
Das hängt von der Komplexität, der Zahl der Jahre und der Kanzlei ab. In meinem Fall dürften es ungefähr 500 Euro pro Steuerjahr werden. Da das Verfahren noch läuft, kann sich das noch ändern. Man sollte auch bedenken, dass man bei einer Selbstanzeige je nach Aktivität bis zu zehn Jahre zurückgehen muss. Dazu kamen bei mir Kosten für die Prüfung der Kryptotransaktionen durch die Kanzlei, die ich mir durch den Expert Service eigentlich sparen wollte. Steuerberatungskosten sind allerdings absetzbar, einen Teil bekommt man im Folgejahr zurück.
<div class="card_body_small infobox highlight margin-bottom_medium margin-top_small"><div class="flex_horizontal gap-xxsmall margin-bottom_xxsmall"><div class="icon_small is-infobox w-embed"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="24" height="24" viewBox="0 0 24 24" fill="none"><path fill-rule="evenodd" clip-rule="evenodd" d="M5.84399 20.154H12.824C16.23 20.154 18.1558 18.2545 18.1558 15.2104C18.1558 13.4082 17.2374 11.8984 15.5584 11.2895C16.6858 10.7294 17.5732 9.48742 17.5732 7.6853C17.5732 5.12823 15.6544 3.10693 12.4882 3.10693H9.32261V6.22412H11.7686C13.0399 6.22412 13.8794 6.906 13.8794 8.07494C13.8794 9.29259 13.0399 10.0232 11.7686 10.0232H9.32261V6.22412H5.84399V20.154ZM9.32199 12.8481V16.9638H12.1284C13.4716 16.9638 14.4311 16.2088 14.4311 14.8938C14.4311 13.6274 13.5676 12.8481 12.1284 12.8481H9.32199Z" fill="#06b6d4"></path></svg></div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Anmerkung der Redaktion</span></div></div><div class="label">Neben den Kanzleikosten fallen bei einer Selbstanzeige die nachzuzahlenden Steuern an, zudem können Hinterziehungszinsen und bei höheren Beträgen ein Zuschlag hinzukommen. Steuerberatungskosten sind in Österreich als Sonderausgaben absetzbar, in Deutschland nur eingeschränkt. Der Blockpit Expert Service bereitet deine Daten auf, ersetzt aber keine Steuerberatung. Bei einer Selbstanzeige über unsere Partnerkanzlei Validvent greifen beide Schritte ineinander, eine erneute Prüfung der Daten von Grund auf entfällt.</div></div>
Nein, überhaupt nicht. Man informiert sich, wenn es so weit ist, und holt einen Kostenvoranschlag bei der Kanzlei ein.
Es fühlt sich richtig und erleichternd an, auch wenn das Verfahren noch läuft. Eine gedankliche Last ist weggefallen. Früher hatte ich ständig im Hinterkopf, dass es bei künftigen Auszahlungen oder Nachweisen Fragen geben könnte, die ich nicht beantworten kann. Seit meine Historie mit professioneller Unterstützung vollständig aufgearbeitet ist, habe ich diese Sorgen nicht mehr. Ich kann mit gutem Gewissen zu meinen Daten stehen und sie bei Bedarf erklären.
Die Daten so schnell wie möglich aufarbeiten, am besten mit professioneller Unterstützung. So ist von Anfang an sichergestellt, dass die Aufarbeitung vollständig ist und die Datenqualität stimmt. Die offiziellen Krypto-Plattformen werden immer stärker reguliert, Stichwort DAC8. Dadurch sind die Transaktionen dort für die Behörden transparent und nachvollziehbar.
Ich hätte mein Krypto-Portfolio von Anfang an mit einem Tool wie Blockpit verwalten sollen. Dann hätte ich mir auch unsinnige Transaktionen zu meinem steuerlichen Nachteil erspart oder zumindest zweimal überlegt, ob ich sie wirklich durchführe.
Ich denke schon. Dank des Expert Service und des ständigen Austauschs habe ich großes Vertrauen in die aufbereiteten Daten und endlich eine vollständige Historie und einen Überblick über alles.
Daten früh sichern. Börsen können schließen, Zugänge verloren gehen. Lade deine Transaktionsexporte regelmäßig herunter, auch von Konten, die du nicht mehr aktiv nutzt.
Datenaufbereitung und Selbstanzeige sind zwei verschiedene Aufgaben. Die vollständige Transaktionshistorie ist die Grundlage. Die Selbstanzeige selbst ist ein steuerstrafrechtliches Verfahren und gehört in die Hände einer Steuerberatung oder eines Fachanwalts.
Realistisch planen. Hol dir früh einen Kostenvoranschlag und kläre, wie die Kanzlei mit bereits aufbereiteten Daten umgeht.
Nicht warten. Eine Selbstanzeige wirkt nur, solange das Finanzamt noch nichts entdeckt hat. Wie du bei offenen Jahren vorgehst, erklären wir im Guide Steuerfrist verpasst? Krypto-Gewinne richtig nachmelden.
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</svg></div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Eine Plattform. Zwei Wege.</span></div></div><div class="label">Mit Blockpit kannst du deine Krypto-Historie selbst aufarbeiten oder den Blockpit Expert Service damit beauftragen, auch für viele Jahre rückwirkend. Für die Selbstanzeige selbst arbeitet Blockpit eng mit der Steuerkanzlei Validvent zusammen. Weil Validvent die Arbeitsweise des Expert Service kennt und den aufbereiteten Daten vertraut, muss die Transaktionshistorie dort nicht noch einmal von Grund auf geprüft werden. Das spart dir Zeit und zusätzliche Kosten.</div></div>
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