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Mein Weg zur Selbstanzeige nach zehn Jahren Krypto

Viele Börsen, Börsenpleiten, offene Steuerjahre: Ein Anleger erzählt im Interview, wie er seine Historie aufgearbeitet hat und was die Selbstanzeige kostet.

Auf einen Blick

  • Erfahrungsbericht im Interview: Ein Anleger, der seit über zehn Jahren in Krypto investiert, erzählt, wie er seine offenen Steuerjahre aufgearbeitet und eine Selbstanzeige eingereicht hat. Sein Verfahren läuft noch, alle Angaben sind anonymisiert.
  • Aufgeschoben, bis es zu viel wurde: Viele Börsen, Tokens und mehrere Börsenpleiten haben die Aufarbeitung über die Jahre immer schwieriger gemacht. Mehrere Versuche, es selbst zu lösen, sind gescheitert.
  • Datenaufbereitung und Selbstanzeige sind zwei Aufgaben: Der Blockpit Expert Service hat die vollständige Transaktionshistorie aufbereitet, eine Steuerkanzlei hat die Selbstanzeige übernommen.
  • Kosten realistisch einplanen: Der Anleger rechnet mit rund 500 Euro pro Steuerjahr für die Kanzlei. Je nach Aktivität muss eine Selbstanzeige bis zu zehn Jahre zurückreichen.
  • Sein Rat: Daten so früh wie möglich aufarbeiten, am besten mit professioneller Unterstützung.
Mein Weg zur Selbstanzeige nach zehn Jahren Krypto
Florian Wimmer
Blockpit CEO & Krypto-Steuer Experte
03.11.2026
•
Lesezeit
X
Minuten

Über zehn Jahre Krypto, unzählige Börsen und Tokens, mehrere Börsenpleiten und irgendwann die Erkenntnis: Die Steuern sind über all die Jahre liegen geblieben. So wie diesem Anleger geht es vielen, die schon lange dabei sind. Er hat sich entschieden, seine offenen Jahre aufzuarbeiten und nachzumelden.

Im Interview erzählt er, warum er es lange vor sich hergeschoben hat, woran er beim Aufräumen gescheitert ist und was ihn die Selbstanzeige kostet. Er lebt in Österreich, seine Erfahrungen lassen sich aber gut auf Deutschland übertragen. Weil sein Verfahren noch läuft, haben wir alle Angaben anonymisiert.

Die Anfänge

Du bist seit über zehn Jahren in Krypto aktiv. Wie hat das angefangen?

Da es wirklich schon lange her ist, kann ich die genauen Anfänge schwer skizzieren. Es war wohl ein Mix aus mehreren Quellen. Im Internet hat man vom legendären ersten Kauf einer Pizza mit Bitcoin gelesen, in der Arbeit haben technikaffine Kollegen über Bitcoin gesprochen, und in den Nachrichten gab es auch schon erste Berichte. Das Interesse war geweckt.

Wann wurden Steuern für dich ein Thema?

In den ersten Jahren gar nicht. Viele Krypto-Broker verlangten weder eine KYC-Prüfung noch andere Dokumente oder Nachweise. Das Ganze fühlte sich an wie der Wilde Westen, eine neue, unregulierte Welt. Im Nachhinein war es naiv zu glauben, dass das so bleibt. Der Gedanke an Steuern kam erst, als nach und nach Regulierungen ins Spiel kamen und Auszahlungen ein Thema wurden.

Wie sich alles aufgestaut hat

Warum sind über die Jahre Steuerjahre offen geblieben?

Einerseits habe ich es lange aufgeschoben, weil ich immer selbst Ordnung in das Chaos bringen und finale Regulierungen abwarten wollte. Durch die große Zahl an Börsen und Tokens wurde es dann aber sehr unübersichtlich, und über die Jahre hatte sich einfach zu viel angesammelt.

Du hast mehrere Börsenpleiten miterlebt. Was hat das für dich bedeutet?

Meine Investitionen dort waren überschaubar. Ich habe sie gedanklich schnell abgeschrieben, weil ich davon ausging, dass die Chance, bei unregulierten Börsenpleiten etwas zurückzubekommen, sehr gering ist.

Und steuerlich? Wie geht man mit Beständen um, die auf einer insolventen Börse liegen?

Darüber habe ich mir viele Jahre leider keine Gedanken gemacht. Irgendwann liest man im Internet, dass das nicht immer gleich betrachtet wird und es je nach Fall unterschiedliche begründete Sichtweisen gibt. Ich denke, hier weiß die Steuerkanzlei am besten, was funktioniert. Alles andere war bei mir nur Mutmaßung.

Hat dich das beim Thema Dokumentation anders denken lassen?

Definitiv. Man weiß nie, wann eine Börse nicht mehr erreichbar ist und man den Zugriff verliert. Deshalb sollte man regelmäßig Nachweise zu allen Transaktionen herunterladen und sicher aufbewahren. Ein Portfolio-Tool wie Blockpit vereinfacht das mit der API-Anbindung natürlich enorm.

Der Wendepunkt

Was hat dich dazu gebracht, die Sache anzugehen?

Die immer stärker spürbare Regulierung, etwa KYC bei allen Börsen, und die Ankündigungen zum Datenaustausch der Börsen über DAC8.

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</svg></div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Was DAC8 ändert und was nicht</span></div></div><div class="label">Seit 2026 erfassen Krypto-Börsen in der EU Daten zu ihren Nutzern und Transaktionen. In Deutschland melden sie die Daten für 2026 bis 31. Juli 2027 an das Bundeszentralamt für Steuern. Gemeldet werden nur Daten ab 2026, frühere Jahre nicht. Die Meldungen können aber Rückfragen zu älteren Käufen auslösen, etwa wann und zu welchem Preis ein Coin gekauft wurde. Mehr dazu im Guide: DAC8 und KStTG</div></div>

Was war vorher deine größte Sorge?

Ob ein vollständiges und nachvollziehbares Bild überhaupt möglich ist. Bei der schieren Menge an unsinnigen Coins und Tokens, Börsen, Wallets und Transaktionen über die Jahre hinweg.

Hast du versucht, es selbst aufzuarbeiten?

Ja, mehrmals. Ich bin aber immer wieder gescheitert, an der Datenmenge und an den Tools mit ihren Grenzen und Eigenheiten, mit denen man sich erst vertraut machen muss.

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Die Aufarbeitung

Warum hast du dich für Blockpit und den Expert Service entschieden?

Blockpit kannte ich schon länger, es war bei mir auch schon in der engeren Auswahl, vor allem wegen der einfachen Bedienung. Im Vergleich zu anderen Tools fand ich es intuitiver und übersichtlicher. Auch Vertrauen hat eine wichtige Rolle gespielt: Das Unternehmen sitzt in Österreich und kennt die Behörden und Anforderungen hier im Land.

Was war der schwierigste Teil?

An die richtigen Transaktionsdaten zu kommen. Jede Börse stellt andere Exporte und Formate zur Verfügung. Man muss wissen, welcher Export für welche Börse nötig ist und wie man beim Import die Datenqualität sicherstellt.

Was hat der Expert Service konkret übernommen?

Die vollständige und transparente Aufarbeitung meiner kompletten Transaktionshistorie. Dazu gehörte auch, die Hinweise und Fehler aufzulösen, mit denen ich mich aus Zeitgründen viel zu wenig beschäftigt hatte. Ich hatte den Eindruck, dass dort sehr kompetente Leute arbeiten, die sich bei Bedarf auch mit Kollegen abstimmen. Jede Frage wurde beantwortet, man hat sich Zeit genommen, und durch die intensive Arbeit mit meinen sehr persönlichen Daten ist fast eine persönliche Beziehung entstanden.

Wie war es, jemandem Einblick in deine komplette Historie zu geben?

Da war ich am Anfang wohl am skeptischsten. Ich wollte meine Datenlage aber unbedingt verbessern und die Aufarbeitung endlich abschließen, also musste ich das in Kauf nehmen. Mein persönlicher Berater hat in unseren Calls einen sehr kompetenten und vertrauensvollen Eindruck gemacht, das hat es mir leichter gemacht.

Warum hast du die Selbstanzeige nicht selbst gemacht?

Ursprünglich dachte ich, ich mache das selbst. Meine Daten sollten vollständig und korrekt aufgearbeitet sein, und mit den Steuerberichten von Blockpit hätte ich die Selbstanzeige dann selbst einreichen können. Aber das Thema war mir dann doch zu heikel. Ich hatte zu viele Fragen: Wie schreibt man eine Selbstanzeige korrekt? Was passiert, wenn darin Fehler sind? Welche Schritte folgen beim Finanzamt?

Hat die aufbereitete Datengrundlage der Kanzlei die Arbeit erleichtert?

Definitiv. Allerdings musste sich auch die Kanzlei einige Stunden lang selbst ein Bild von der Datenqualität machen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Es ist aber nachvollziehbar: Wenn eine Kanzlei jemanden vertritt, muss sie hinter den Zahlen stehen können.

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</div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Eine Selbstanzeige verzeiht keine Lücken</span></div></div><div class="label">Eine Selbstanzeige nach § 371 AO kann in Deutschland vor Strafe schützen, aber nur, wenn sie vollständig ist und rechtzeitig kommt, also bevor das Finanzamt die Tat entdeckt oder eine Prüfung ankündigt. Vollständig heißt: Angaben zu allen unverjährten Taten einer Steuerart, mindestens der letzten zehn Kalenderjahre. Steuern und Zinsen müssen fristgerecht nachgezahlt werden. Liegt die hinterzogene Steuer über 25.000 Euro pro Tat, wird zudem nur gegen einen zusätzlichen Zuschlag von der Verfolgung abgesehen. Reiche eine Selbstanzeige deshalb nur mit einer Steuerberatung oder einem Fachanwalt für Steuerrecht ein. Mehr dazu im Guide: DAC8 und Selbstanzeige</div></div>

Kosten, Bilanz und Rat

Was kostet so etwas?

Das hängt von der Komplexität, der Zahl der Jahre und der Kanzlei ab. In meinem Fall dürften es ungefähr 500 Euro pro Steuerjahr werden. Da das Verfahren noch läuft, kann sich das noch ändern. Man sollte auch bedenken, dass man bei einer Selbstanzeige je nach Aktivität bis zu zehn Jahre zurückgehen muss. Dazu kamen bei mir Kosten für die Prüfung der Kryptotransaktionen durch die Kanzlei, die ich mir durch den Expert Service eigentlich sparen wollte. Steuerberatungskosten sind allerdings absetzbar, einen Teil bekommt man im Folgejahr zurück.

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War dir vorher klar, welcher Aufwand und welche Kosten auf dich zukommen?

Nein, überhaupt nicht. Man informiert sich, wenn es so weit ist, und holt einen Kostenvoranschlag bei der Kanzlei ein.

Wie fühlt es sich heute an?

Es fühlt sich richtig und erleichternd an, auch wenn das Verfahren noch läuft. Eine gedankliche Last ist weggefallen. Früher hatte ich ständig im Hinterkopf, dass es bei künftigen Auszahlungen oder Nachweisen Fragen geben könnte, die ich nicht beantworten kann. Seit meine Historie mit professioneller Unterstützung vollständig aufgearbeitet ist, habe ich diese Sorgen nicht mehr. Ich kann mit gutem Gewissen zu meinen Daten stehen und sie bei Bedarf erklären.

Was würdest du jemandem raten, der offene Jahre vor sich herschiebt?

Die Daten so schnell wie möglich aufarbeiten, am besten mit professioneller Unterstützung. So ist von Anfang an sichergestellt, dass die Aufarbeitung vollständig ist und die Datenqualität stimmt. Die offiziellen Krypto-Plattformen werden immer stärker reguliert, Stichwort DAC8. Dadurch sind die Transaktionen dort für die Behörden transparent und nachvollziehbar.

Was würdest du heute anders machen?

Ich hätte mein Krypto-Portfolio von Anfang an mit einem Tool wie Blockpit verwalten sollen. Dann hätte ich mir auch unsinnige Transaktionen zu meinem steuerlichen Nachteil erspart oder zumindest zweimal überlegt, ob ich sie wirklich durchführe.

Hat sich der Aufwand gelohnt?

Ich denke schon. Dank des Expert Service und des ständigen Austauschs habe ich großes Vertrauen in die aufbereiteten Daten und endlich eine vollständige Historie und einen Überblick über alles.

Was du aus dieser Geschichte mitnehmen kannst

Daten früh sichern. Börsen können schließen, Zugänge verloren gehen. Lade deine Transaktionsexporte regelmäßig herunter, auch von Konten, die du nicht mehr aktiv nutzt.

Datenaufbereitung und Selbstanzeige sind zwei verschiedene Aufgaben. Die vollständige Transaktionshistorie ist die Grundlage. Die Selbstanzeige selbst ist ein steuerstrafrechtliches Verfahren und gehört in die Hände einer Steuerberatung oder eines Fachanwalts.

Realistisch planen. Hol dir früh einen Kostenvoranschlag und kläre, wie die Kanzlei mit bereits aufbereiteten Daten umgeht.

Nicht warten. Eine Selbstanzeige wirkt nur, solange das Finanzamt noch nichts entdeckt hat. Wie du bei offenen Jahren vorgehst, erklären wir im Guide Steuerfrist verpasst? Krypto-Gewinne richtig nachmelden.

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</svg></div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Eine Plattform. Zwei Wege.</span></div></div><div class="label">Mit Blockpit kannst du deine Krypto-Historie selbst aufarbeiten oder den Blockpit Expert Service damit beauftragen, auch für viele Jahre rückwirkend. Für die Selbstanzeige selbst arbeitet Blockpit eng mit der Steuerkanzlei Validvent zusammen. Weil Validvent die Arbeitsweise des Expert Service kennt und den aufbereiteten Daten vertraut, muss die Transaktionshistorie dort nicht noch einmal von Grund auf geprüft werden. Das spart dir Zeit und zusätzliche Kosten.</div></div>

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