Krypto Steuern 2027: Kommt die neue Steuer auf Bitcoin & Co.? [September Update]

Privat gehaltene Kryptowährungen kannst du aktuell nach mehr als einem Jahr noch steuerfrei verkaufen. Geplant ist jedoch eine Reform: Ab 2027 soll für Kryptowährungen die 25 % Kapitalertragsteuer gelten und die Haltedauer entfallen. Beschlossen ist das aber noch nicht. Hier findest du alle Infos.

Auf einen Blick

  • Dieser Artikel beschreibt den geplanten Stand für Deutschland, nicht geltendes Recht. Bis ein Gesetz beschlossen und verkündet ist, bleiben die heutigen Regeln maßgeblich.
  • Heute: Gewinne aus privat gehaltenen Kryptowerten sind nach mehr als einem Jahr Haltedauer steuerfrei.
  • Geplant ab 2027: Für neu erworbene Tauschkryptowerte könnte diese Steuerfreiheit entfallen.
  • Altbestände: Für Anschaffungen bis zum 31. Dezember 2026 ist nach dem bekannten Entwurf Bestandsschutz vorgesehen.
  • Steuersatz: Geplant sind 25 % Kapitalertragsteuer, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.
  • Dokumentation: Anschaffungsdatum, Anschaffungskosten und Transfers werden besonders wichtig, falls Alt- und Neubestände getrennt behandelt werden.
  • Informationsstand: September 2026. Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald es im Gesetzgebungsverfahren neue Informationen gibt.
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Florian Wimmer
Blockpit CEO & Krypto-Steuer Experte
Geprüft von
Afra Stöhr
21.09.2026
Lesezeit
X
Minuten

Krypto Steuern 2027: Was ist geplant?

Nach den bisher bekannten Plänen des Bundesfinanzministeriums sollen sogenannte Tauschkryptowerte steuerlich stärker an Aktien und andere Kapitalanlagen angeglichen werden. 

Praktisch würde das bedeuten: Verkaufst du künftig Kryptowährungen mit Gewinn, könnten darauf 25 % Kapitalertragsteuer anfallen, und zwar auch wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegen. Die aktuell gültige einjährige Haltedauer für Kryptowährungen wäre für neue Bestände dann nicht mehr der Weg zur Steuerfreiheit.

<div class="card_body_small infobox red margin-bottom_medium margin-top_small"><div class="flex_horizontal gap-xxsmall margin-bottom_xxsmall"><div class="icon_small is-infobox w-embed"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="24" height="24" viewBox="0 0 24 24" fill="none">
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</div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Reform ist noch kein geltendes Recht</span></div></div><div class="label">Der Bund hat zwar im Rahmen der Haushaltsplanung angekündigt, Regeln zur Besteuerung von Kryptowerten auf den Weg zu bringen. Für eine Änderung braucht es aber einen finalen Gesetzesentwurf sowie die parlamentarische Beratung und Zustimmung von Bundestag und Bundesrat. Bis dahin gilt die heutige Rechtslage, die wir ausführlich in unserem Steuerguide erklären: Krypto Steuern in Deutschland.</div></div>

Heute vs. geplant: Was würde sich ändern?

<figure class="block-table"><table><tr><th>Thema</th><th>Heute geltende Krypto-Steuern</th><th>Geplanter Stand ab 2027</th></tr><tr><td>Verkauf nach mehr als 1 Jahr</td><td>Gewinn steuerfrei</td><td>Gewinn aus neu erworbenen Tauschkryptowerten steuerpflichtig</td></tr><tr><td>Verkauf innerhalb von 1 Jahr</td><td>Persönlicher Einkommensteuersatz auf den Gewinn</td><td>25 % Kapitalertragsteuer auf den Gewinn geplant</td></tr><tr><td>Bedeutung der Haltedauer</td><td>Sie entscheidet über die Steuerfreiheit</td><td>Für neue Bestände wäre keine Steuerbefreiung durch langes Halten vorgesehen</td></tr><tr><td>Sparer-Pauschbetrag</td><td>Gilt nicht für private Veräußerungsgeschäfte</td><td>1.000 € pro Person bzw. 2.000 € bei Zusammenveranlagung geplant</td></tr><tr><td>Steuerabzug durch Anbieter</td><td>Kein allgemeiner automatischer Abzug</td><td>Ab 2028 für deutsche Dienstleister vorgesehen</td></tr></table></figure>

Die rechte Spalte zeigt den derzeit bekannten Planungsstand. Wie die endgültigen Regeln aussehen, steht noch nicht fest.

Wie hoch wären die Krypto-Steuern ab 2027?

Der Entwurf zur Reform der Krypto-Steuer sieht 25 % Kapitalertragsteuer auf den Gewinn vor. Dazu kommen 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Kapitalertragsteuer und, falls du kirchensteuerpflichtig bist, Kirchensteuer. Ohne Kirchensteuer ergibt sich daraus rechnerisch eine Belastung von 26,375 %.

Für kurzfristig handelnde Anleger kann das günstiger sein als heute, weil innerhalb der einjährigen Haltefrist der persönliche Einkommensteuersatz gilt. Für langfristige Anleger wäre es meist eine Verschlechterung, da Gewinne nach Ablauf der Jahresfrist heute steuerfrei bleiben.

Beispiel: Verkauf mit 10.000 € Gewinn

  • Heute: Verkauf nach mehr als einem Jahr: grundsätzlich 0 € Einkommensteuer auf den Gewinn.
  • Nach dem Plan ab 2027: Bei einem neu gekauften betroffenen Kryptowert: 25 % Kapitalertragsteuer auf den steuerpflichtigen Gewinn, zuzüglich Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer.
  • Es entsteht ein Unterschied von 2.6375 € Steuerlast

Das Beispiel zeigt nur den Unterschied bei der Haltedauer. Sparer-Pauschbetrag und Verluste können die Rechnung verändern und die tatsächliche Behandlung hängt von deinen Transaktionen ab.

Krypto-Steuern klar berechnen.

Dein verständlicher Krypto-Steuerbericht nach deutschen Regeln.

Pros & Cons: Was würde die Reform für dich bedeuten?

Die geplante Reform wäre nicht für alle Anleger nur negativ oder nur positiv. Ob die geplante Änderung günstiger oder ungünstiger wäre, hängt vor allem von Haltedauer, persönlichem Einkommensteuersatz, Transaktionen und der Vollständigkeit deiner Daten ab.

<figure class="block-table"><table><tr><th>Anlegergruppe</th><th>Tendenz bei der geplanten Regel</th><th>Warum?</th></tr><tr><td>Langfristige Krypto-Investoren &amp; HODLer</td><td><strong>Nachteilig</strong></td><td>Nach heutiger Rechtslage sind Gewinne nach mehr als einem Jahr steuerfrei. Für neue, erfasste Bestände würde das entfallen.</td></tr><tr><td>Kurzfristige Trader mit hohem Einkommen</td><td><strong>Kann günstiger sein</strong></td><td>Ein fixer Satz von 25 % kann niedriger sein als dein persönlicher Einkommensteuersatz. Gebühren, Verluste und die finale Verlustverrechnung bleiben wichtig.</td></tr><tr><td>Anleger mit niedrigem Einkommen</td><td><strong>Nicht automatisch günstiger</strong></td><td>Ein fester Steuersatz kann höher sein als dein persönlicher Satz. Ob eine günstigere Veranlagung möglich wäre, müsste das endgültige Gesetz zeigen.</td></tr><tr><td>Anleger mit kleinen jährlichen Gewinnen</td><td><strong>Kann entlasten</strong></td><td>Der geplante Sparer-Pauschbetrag könnte Kapitalerträge bis 1.000 € pro Person entlasten.</td></tr><tr><td>Nutzer deutscher Krypto-Dienstleister mit einfachen Daten</td><td><strong>Kann den Ablauf vereinfachen</strong></td><td>Ein möglicher Steuerabzug ab 2028 könnte die Abführung der Steuer erleichtern. Allerdings nur auf sehr spezifischen Plattformen.</td></tr><tr><td>Nutzer mehrerer Börsen, eigener Wallets und DeFi</td><td><strong>Eher aufwendiger</strong></td><td>Ein Anbieter kennt nicht automatisch die vollständige Kostenbasis und Herkunft aller übertragenen Coins. Fehlende Daten können zu einem zu hohen Steuerabzug führen. Du müsstest fehlende Daten ergänzen, um die tatsächliche Steuerlast zu ermitteln.</td></tr></table></figure>

Für langfristige Halter wäre die größte Änderung der Wegfall der Steuerfreiheit

Die einjährige Haltefrist ist heute der zentrale Unterschied zwischen Krypto und vielen klassischen Kapitalanlagen. Wer Bitcoin, Ether oder andere Kryptowerte im Privatvermögen im Privatvermögen länger als ein Jahr hält, kann Gewinne steuerfrei realisieren. Genau dieser Vorteil würde für neue, ab 2027 erworbene und von der Reform erfasste Bestände entfallen.

Ein niedrigerer fixer Steuersatz gleicht das für langfristige Halter in der Regel nicht aus: 25 % auf einen Gewinn sind mehr als 0 % nach der heutigen Haltefrist. 

Besonders relevant ist das für Anleger, die Krypto als langfristige Vermögensanlage statt für kurzfristiges Trading nutzen.

Kurzfristiges Trading könnte günstiger werden

Gewinne aus Verkäufen innerhalb eines Jahres unterliegen heute dem persönlichen Einkommensteuersatz. Bei hohen Einkommen kann dieser über 25 % liegen. Für profitable, kurzfristige Trades könnte die geplante Kapitalertragsteuer deshalb niedriger ausfallen.

Das ist kein pauschaler Vorteil. Gebühren, Verluste, dein persönlicher Steuersatz und die endgültige Regelung zur Verlustverrechnung für Kryptowährungen beeinflussen das Ergebnis.

Außerdem wäre ein Abwarten bis zur Steuerfreiheit für neue Bestände nicht mehr möglich.

Ein Steuerabzug kann helfen – vollständige Daten bleiben entscheidend

Für Anleger mit nur einer deutschen Plattform und vollständig hinterlegter Kostenbasis könnte ein automatischer Steuerabzug praktisch sein. Bei mehreren Anbietern, Self-Custody oder DeFi fehlen einer Plattform jedoch oft Informationen über Kaufdatum und Anschaffungskosten.

Nach dem bekannten Entwurfsstand wäre in solchen Fällen ein Abzug auf 50 % des Verkaufserlöses vorgesehen. Das kann mehr sein als die tatsächliche Steuer und beim Verkauf Liquidität binden. Eine spätere Korrektur über die Steuererklärung kann möglich sein.

<div class="card_body_small infobox highlight margin-bottom_medium margin-top_small"><div class="flex_horizontal gap-xxsmall margin-bottom_xxsmall"><div class="icon_small is-infobox w-embed"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="24" height="24" viewBox="0 0 24 24" fill="none">
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</svg></div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Datengrundlage vor dem Steuerbericht prüfen</span></div></div><div class="label">Prüfe, ob Kauf, Transfer und Anschaffungskosten für jeden Bestand dokumentiert sind. Ein strukturierter Krypto-Steuerbericht kann die zugrunde liegenden Transaktionen nachvollziehbar machen. Bei komplexen oder lückenhaften Historien ist der Blockpit Expert Service ein Weg, sich bei Setup und Vorbereitung des Steuerberichts unterstützen zu lassen.</div></div>

Für wen sollen die neuen Krypto-Steuern gelten?

Der Entwurf spricht von Tauschkryptowerten: Kryptowerte, die als Tausch- oder Zahlungsmittel eingesetzt oder akzeptiert werden können. Bitcoin und Ether nennt der Entwurf als typische Beispiele.

E-Geld-Token sowie Kryptowerte, die nicht als Tauschmittel akzeptiert werden – etwa viele NFTs – sollen nicht automatisch unter die neue Systematik fallen. Ob ein einzelner Token betroffen wäre, hängt jedoch von seiner rechtlichen Einordnung und dem endgültigen Gesetzestext ab. Auch hier bleibt es also abzuwarten.

Bleiben Kryptowährungen nach einem Jahr steuerfrei?

Für bereits gekaufte Coins ist Bestandsschutz vorgesehen

Für Tauschkryptowerte, die bis zum 31. Dezember 2026 angeschafft wurden, sieht der bekannte Entwurfsstand Bestandsschutz vor. 

Für diese Bestände blieben die heutigen Regeln erhalten: Nach mehr als einem Jahr Haltedauer sind Veräußerungsgewinne steuerfrei.

Für Käufe ab 2027 könnte die Haltefrist entfallen

Für nach dem 31. Dezember 2026 angeschaffte oder zugeflossene Tauschkryptowerte soll die einjährige Haltefrist voraussichtlich nicht mehr zur Steuerfreiheit führen. Gewinne könnten dann steuerpflichtig sein, unabhängig davon, ob du nach drei Monaten oder nach drei Jahren verkaufst.

<div class="card_body_small infobox red margin-bottom_medium margin-top_small"><div class="flex_horizontal gap-xxsmall margin-bottom_xxsmall"><div class="icon_small is-infobox w-embed"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="24" height="24" viewBox="0 0 24 24" fill="none">
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</div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Bestandsschutz ist noch nicht verbindlich</span></div></div><div class="label">Der Bestandsschutz ist wichtig, aber noch nicht verbindlich. Triff eine Anlageentscheidung nicht allein auf Grundlage einer noch offenen Reform.</div></div>

Österreich zeigt, warum Alt- und Neubestand getrennt bleiben müssen

Österreich hat 2022 einen ähnlichen Systemwechsel umgesetzt. Krypto-Einkünfte wurden den Kapitaleinkünften zugeordnet und unterliegen seitdem grundsätzlich dem Sondersteuersatz von 27,5 %. Gleichzeitig gab es eine klare Übergangsregelung:

<figure class="block-table"><table><tr><th>Bestand</th><th>Was in Österreich gilt</th></tr><tr><td>Altvermögen</td><td>Kryptowährungen, die bis zum 28. Februar 2021 angeschafft wurden, blieben im bisherigen Besteuerungsregime.</td></tr><tr><td>Neuvermögen</td><td>Für Kryptowährungen, die danach angeschafft wurden, gilt seit 1. März 2022 die neue Besteuerung – auch bei langer Haltedauer.</td></tr></table></figure>

Der deutsche Plan folgt einem ähnlichen Prinzip: Nach dem aktuellen Entwurfsstand sollen Käufe und Zuflüsse ab 2027 unter die neue Regel fallen, während bis Ende 2026 angeschaffte Coins geschützt bleiben sollen. 

Das österreichische Beispiel ist keine Prognose für Deutschland. Stichtag, Umfang des Schutzes und Folgen von Staking oder Transfers können anders geregelt werden.

Unsere Einschätzung: Nicht der Coin entscheidet, sondern seine steuerliche Herkunft

Für die Praxis zählt nicht allein, wie lange ein Bitcoin oder anderer Kryptowert in deiner Wallet liegt. Entscheidend sind die konkrete Anschaffungstranche, ihr Anschaffungsdatum, ihre Anschaffungskosten und die Herkunft späterer Zuflüsse.

Fehler entstehen besonders leicht bei Transfers zwischen Börsen und eigenen Wallets, gemischten Beständen sowie neuen Coins aus Staking, Airdrops oder Hardforks. 

Für Deutschland heißt das schon heute: Bewahre Kaufbelege, Transaktions-IDs, Wallet-Transfers und Daten zu Rewards auf. Blockpit kann über 500.000 unterstütze Assets aus Börsen, Wallets und Blockchains über API, CSV oder öffentliche Wallet-Adresse zusammenführen. Offene Transfers, fehlende Labels und abweichende Salden lassen sich so vor dem Steuerreport prüfen.

<div class="card_body_small infobox highlight margin-bottom_medium margin-top_small"><div class="flex_horizontal gap-xxsmall margin-bottom_xxsmall"><div class="icon_small is-infobox w-embed"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="24" height="24" viewBox="0 0 24 24" fill="none">
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</svg></div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Haltefristen und offene Transaktionen prüfen</span></div></div><div class="label">Prüfe, welche Bestände die Jahresfrist bereits erfüllt haben, wann weitere Tranchen folgen und welche Transaktionen noch offen sind. Der Blockpit Haltefrist-Tracker hilft dir, diese Informationen aus verbundenen Börsen und Wallets zusammenzuführen.</div></div>

Mit Blockpit dokumentierst du Anschaffungskosten, Veräußerungspreis, Haltedauer und die zugrunde liegenden Transaktionen. Das schafft eine nachvollziehbare Grundlage für die aktuelle Rechtslage und für eine mögliche spätere Trennung von Alt- und Neubestand. 

Das macht auch unabhängig von Gesetzesänderungen Sinn.

Dein nächster Schritt:

  1. Börsen und Wallets kostenlos tracken.
  2. Im Haltefrist-Tracker steuerfreie und noch steuerpflichtige Tranchen prüfen.
  3. Bei komplexen Daten – etwa DeFi, vielen Börsen oder ungeklärten Transfers – den Blockpit Expert Service für Einrichtung und Prüfung der Transaktionshistorie nutzen.

Was gilt für Staking und Lending?

Der bisher bekannte Entwurfsstand betrifft nicht nur Veräußerungsgewinne. Einnahmen aus der Überlassung von Tauschkryptowerten, etwa Lending, und bestimmte Erträge aus der Transaktionsverarbeitung, insbesondere passives Staking, könnten künftig als Einkünfte aus Kapitalvermögen gelten.

Wesentliche Fragen sind noch offen: Welche Formen von Staking wären erfasst? Wie würden DeFi-Protokolle, Liquid-Staking-Token oder Rewards bei Selbstverwahrung behandelt? Der endgültige Gesetzestext und spätere Verwaltungsanweisungen müssten das präzisieren.

Wie Staking heute besteuert wird, erfährst du hier: Staking Steuern Deutschland

Kommt der automatische Steuerabzug bei Krypto?

Nach dem Entwurfsstand sollen deutsche Krypto-Dienstleister ab 1. Januar 2028 Kapitalertragsteuer einbehalten und an das Finanzamt abführen. Krypto würde damit beim Steuerabzug teilweise Banken ähneln.

In der Praxis kennt eine Börse den ursprünglichen Kaufpreis oder das Anschaffungsdatum häufig nicht, wenn Coins von einer anderen Börse oder aus einer eigenen Wallet übertragen wurden. Fehlen ausreichende Daten, soll nach dem Entwurfsstand von einem Erwerb nach dem 31. Dezember 2026 ausgegangen und der Abzug auf 50 % des Verkaufserlöses vorgenommen werden.

Das muss nicht der endgültigen Steuer entsprechen. Eine zu hohe einbehaltene Steuer kann sich gegebenenfalls über die Steuererklärung korrigieren lassen. Für dich bleibt die praktische Konsequenz: Eine vollständige Transaktionshistorie wird wichtiger.

Muss ich Krypto in der Steuererklärung angeben?

Solange die Reform nicht gilt, richten sich Krypto-Steuern nach den heutigen Regeln. Steuerpflichtige Verkäufe und Einnahmen musst du korrekt erklären. Kommt die Reform wie geplant, könnten die ab 2027 erfassten Einkünfte erstmals in der Steuererklärung für 2027 relevant sein. Also frühestens im Jahr 2028 in die Steuererklärung eingetragen werden.

Ein möglicher Steuerabzug durch einen deutschen Anbieter ersetzt nicht in jedem Fall die Steuererklärung. Bei mehreren Börsen, eigenen Wallets, DeFi, Staking oder Verlusten kann eine Erklärung weiterhin nötig oder sinnvoll sein.

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</svg></div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Alle Krypto-Aktivitäten im Überblick</span></div></div><div class="label">Mit dem Blockpit Krypto-Steuerbericht erhältst du einen transparenten Überblick über alle relevanten Krypto-Aktivitäten für deine Steuererklärung – unabhängig davon, auf welcher Plattform, Wallet oder Blockchain sie stattgefunden haben.</div></div>

DAC8: Warum Dokumentation jetzt wichtiger wird

Unabhängig von der geplanten Steuerreform steigen die Melde- und Sorgfaltspflichten im Kryptomarkt. Mit DAC8 werden Krypto-Dienstleister in der EU zu erweiterten Pflichten verpflichtet. Das ist keine neue Steuer auf Kryptogewinne, erleichtert Finanzbehörden aber den Informationsaustausch über Krypto-Transaktionen.

<div class="card_body_small infobox margin-bottom_medium margin-top_small"><div class="flex_horizontal-copy gap-xxsmall margin-bottom_xxsmall"><div class="icon_small is-infobox w-embed"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="24" height="24" viewBox="0 0 24 24" fill="none">
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</svg></div><div class="label"><span class="text_bold text-color-blue">Krypto-Daten werden ab 2027 übermittelt</span></div></div><div class="label">Diese Daten werden bereits seit Beginn 2026 gesammelt und 2027 mit den zuständigen Behörden geteilt. Es ist zu erwarten, dass sie auch als Anlass für eine stärkere Prüfung möglicher Steuerhinterziehungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen genutzt werden.</div></div>

Sichere deshalb Kaufzeitpunkt, Anschaffungskosten, Transfers zwischen Wallets, Verkäufe, Swaps sowie Staking- und Lending-Erträge. Diese Informationen helfen unter dem heutigen Recht und bei einem möglichen Steuerabzug in der Zukunft.

Wie geht es jetzt weiter?

Die angekündigte Krypto-Steuerreform ist noch nicht geltendes Recht. Damit sich die Besteuerung tatsächlich ändert, muss der Entwurf das reguläre Gesetzgebungsverfahren durchlaufen:

  1. Gesetzentwurf finalisieren und innerhalb der Bundesregierung abstimmen. Der bekannte Entwurfsstand kann sich noch ändern.
  2. Beratung und Beschluss im Bundestag. Dabei können sich unter anderem Bestandsschutz, Verlustverrechnung, die Definition betroffener Kryptowerte und der Steuerabzug ändern.
  3. Beteiligung des Bundesrats und Verkündung. Erst danach steht fest, ob und in welcher Form die Regeln gelten.
  4. Umsetzung durch Anbieter und Finanzverwaltung. Nach dem bisherigen Entwurfsstand würden die materiellen Regeln für neue Bestände ab 1. Januar 2027 gelten; der Steuerabzug durch deutsche Krypto-Dienstleister wäre ab 1. Januar 2028 vorgesehen.

Diese vier Fragen entscheiden über die praktische Wirkung

  • Bleibt der Bestandsschutz für vor 2027 gekaufte Coins unverändert?
  • Welche Tokens und Ertragsarten werden genau erfasst?
  • Wie funktioniert die Verlustverrechnung, insbesondere bei Krypto und Aktien?
  • Welche Daten müssen Anleger und Dienstleister für einen korrekten Steuerabzug nachweisen?

Bis zu einem endgültigen Gesetz gilt die heutige Rechtslage. Blockpit aktualisiert diesen Guide, sobald ein offizieller Gesetzentwurf, ein Beschluss oder verbindliche Übergangsregeln vorliegen.

Was solltest du jetzt tun?

  1. Nicht vorschnell handeln. Die Reform ist noch nicht beschlossen. Ein Verkauf nur aus Sorge vor einer möglichen Gesetzesänderung kann wirtschaftlich und steuerlich unpassend sein.
  2. Alt- und Neubestände sauber trennen. Dokumentiere Anschaffungsdatum, Anschaffungskosten und Herkunft jedes Transfers. Der mögliche Bestandsschutz macht diese Daten besonders wertvoll.
  3. Transaktionen vollständig erfassen. Das betrifft Börsen, Wallets, DeFi und Rewards gleichermaßen.
  4. Steuerreport rechtzeitig erstellen. Blockpit fasst die Daten in einem Steuerreport mit Transaktionsdetails, Steuerwerten und Ausfüllhilfen für die Steuererklärung zusammen. So sind Gewinne, Einkünfte und steuerfreie Vorgänge nicht nur berechnet, sondern auch auf ihre Ursprungstransaktionen zurückführbar.

Häufige Fragen

Ist die Krypto-Steuer ab 2027 schon beschlossen?

Nein. Es gibt einen konkreten Reformplan, aber noch kein endgültig beschlossenes Gesetz. Bis zum Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens gilt die heutige Rechtslage.

Fällt die einjährige Haltefrist für Krypto weg?

Nach dem bekannten Plan könnte die Haltefrist für bestimmte, ab 2027 erworbene Tauschkryptowerte keine Steuerbefreiung mehr bringen. Für bis Ende 2026 erworbene Bestände ist Bestandsschutz vorgesehen. Beides ist noch nicht beschlossen.

Werden Altbestände steuerfrei bleiben?

Der bekannte Entwurfsstand sieht vor, dass vor dem 1. Januar 2027 angeschaffte Tauschkryptowerte nach den bisherigen Regeln behandelt werden. Nach mehr als einem Jahr gehaltene Altbestände könnten damit weiter steuerfrei bleiben. Verbindlich wird das erst mit dem beschlossenen Gesetz.

Wie hoch ist die neue Krypto-Steuer?

Geplant sind 25 % Kapitalertragsteuer auf Gewinne aus erfassten Kryptowerten. Hinzu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Ab wann wird die Steuer automatisch abgeführt?

Nach dem bisherigen Entwurfsstand soll ein Kapitalertragsteuerabzug durch deutsche Krypto-Dienstleister ab 1. Januar 2028 beginnen. Ob und in welcher Form die Regel kommt, ist offen.

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