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Die Debatte um die Krypto-Besteuerung in Deutschland hat im Frühjahr 2026 eine neue Intensität erreicht. Während die Intransparenz von Krypto-Aktivitäten durch die Umsetzung von DAC8 Schritt für Schritt fällt, streitet die Politik nun um fundamentale Fragen: Soll die Besteuerung von Kryptowährungen verändert werden? Bleibt die steuerfreie Haltefrist ein Privileg für langfristige Anleger, oder fällt sie dem wachsenden Bedarf an Staatseinnahmen zum Opfer?
In diesem Guide analysieren wir die aktuellen Positionen der Parteien und zeigen dir, was die jeweiligen Pläne für dein Portfolio bedeuten würden.
SPD: Die Suche nach neuen Einnahmequellen
Die SPD hat die steuerpolitische Debatte Ende April 2026 mit einem neuen Vorstoß eröffnet. Im Rahmen der Bundespressekonferenz stellte Finanzminister Lars Klingbeil die Eckpunkte für den Haushalt 2027 vor und machte deutlich, dass die aktuelle Besteuerung von Kryptowährungen aus Sicht seiner Partei angepasst werden sollte. Klingbeil betonte, dass im Sinne der Haushaltsplanung „staatliche Einnahmen gestärkt werden sollen" und digitale Assets künftig „anders" besteuert werden müssten.
Da detaillierte Gesetzentwürfe der SPD noch nicht vorliegen, lässt sich über die genaue Ausgestaltung aktuell nur spekulieren. In Fachkreisen werden im Wesentlichen zwei Ansätze diskutiert:
- Anpassung der Haltefrist: Kryptowährungen würden weiterhin als „andere Wirtschaftsgüter" nach § 23 EStG eingestuft, jedoch könnte die Steuerfreiheit nach Ablauf der einjährigen Haltefrist gestrichen werden. Gewinne unterlägen damit unabhängig von der Haltedauer dem persönlichen Einkommensteuersatz.
- Einordnung als Kapitalvermögen: Ein alternativer Ansatz wäre die steuerliche Gleichstellung mit Aktien. Dies würde zu einer pauschalen Abgeltungsteuer von 25 % (zzgl. Soli und Kirchensteuer) führen. Im Gegenzug fielen jedoch die bisherige Haltefrist und die Freigrenze von 1.000 € weg.
Ein zentraler Aspekt der laufenden Diskussion ist die mögliche Einführung eines Stichtags. Da konkrete Pläne erst für den Sommer 2026 angekündigt wurden, herrscht für Investoren derzeit noch eine abwartende Stimmung.
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<p class="color-neutral-800"><strong>Blockpit Einordnung:</strong> Da die SPD noch keine Details geliefert hat, ist eine abschließende steuerliche Bewertung derzeit nicht möglich. In dieser Phase ist eine lückenlose Dokumentation jedoch die beste Vorsorge.</p>
<p class="color-neutral-800">Falls eine Neuregelung mit Stichtagsmodell eingeführt wird, ist es für Anleger wichtig, den Anschaffungszeitpunkt und die Anschaffungskosten ihrer Bestände präzise nachweisen zu können. Dies stellt sicher, dass man von potenziellen Übergangsregeln oder Bestandsschutz-Regelungen profitieren kann.</p>
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CDU/CSU: Verteidigung des Status Quo
Die Union hat am 7. Mai 2026 reagiert und sich klar gegen die Pläne des Koalitionspartners positioniert. Aus Sicht der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gibt es „keinen Anlass, an der bewährten Regelung etwas zu ändern." Die Union sieht in der einjährigen Haltefrist ein wichtiges Instrument des deutschen Steuerrechts, das für einen „systematischen Gleichklang" sorgt.
In ihrer Stellungnahme hob die Fraktion hervor, dass diese Regelung ebenso für Gold wie für Fremdwährungsgeschäfte gelte und eine „isolierte Abschaffung der Ein-Jahres-Frist allein für Kryptowährungen diese Systematik durchbrechen" würde. Man verweist zudem darauf, dass eine solche Verschärfung nicht im Koalitionsvertrag vereinbart wurde.
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<p class="color-neutral-800"><strong>Blockpit Einordnung:</strong> Aus unserer Sicht bedeutet die Haltung der Union vor allem eines: Du kannst erst mal durchatmen, denn die einjährige Haltefrist bleibt vorerst dein wichtigstes Werkzeug für steuerfreie Gewinne. Da die Rechtslage unter diesem Szenario stabil bleibt, gibt es keinen Grund für voreilige Verkäufe aus Panik vor neuen Steuern.</p>
<p class="color-neutral-800">Aber wir geben zu bedenken: Der Staat wird versuchen, Mehreinnahmen eher durch einen strengeren Vollzug der aktuellen Regeln reinzuholen – dank DAC8 haben die Finanzämter ab 2027 Einblick in deine Krypto-Daten. Unsere Empfehlung: Nutze die politische Atempause nicht, um nachlässig zu werden. Sorge mit einer lückenlosen Dokumentation dafür, dass dein Portfolio auch bei intensiveren Prüfungen absolut wasserdicht ist.</p>
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Bündnis 90/Die Grünen: Fokus auf den Einkommensteuersatz
Die Grünen haben bereits eine Woche nach dem Vorstoß der SPD einen konkreten Gesetzentwurf vorgelegt. Ihr Ziel ist es, die Haltefrist für Kryptowährungen, die nach dem 31. Dezember 2025 gekauft wurden, vollständig abzuschaffen. Dabei soll Krypto jedoch ein „anderes Wirtschaftsgut" bleiben, was bedeutet, dass Gewinne weiterhin mit dem persönlichen Einkommensteuersatz von bis zu 45 % besteuert werden – nur eben ohne die Möglichkeit der Steuerfreiheit nach einem Jahr.
Interessanterweise soll diese Änderung ausschließlich für digitale Assets gelten; Gold, Oldtimer oder Kunstwerke blieben nach diesem Entwurf weiterhin nach einem Jahr steuerfrei.
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<p class="color-neutral-800"><strong>Blockpit Einordnung:</strong> Dieser Vorschlag würde die Krypto-Welt in Deutschland grundlegend verändern. Gewinne würden immer – egal wie lange du deine Coins hältst – mit deinem persönlichen Steuersatz von 0 bis 45 % besteuert. Das gilt für jeden Verkauf, jeden Swap und auch wenn du mit Krypto bezahlst. Damit verliert die klassische HODL-Strategie ihren größten steuerlichen Reiz. Die Freigrenze von 1.000 Euro würde aber bestehen bleiben.</p>
<p class="color-neutral-800">Ein wichtiger Hebel für dein Portfolio: In diesem Szenario könnten Verluste künftig unabhängig von der Haltedauer mit Gewinnen verrechnet werden. Das macht eine intelligente Verlustverrechnung zu deinem wichtigsten Werkzeug, um deine Steuerlast legal zu optimieren.</p>
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Die Linke: Kapitalertragsteuer und Wegzugsschranken
Die Linksfraktion verfolgt den radikalsten Ansatz. Sie fordert, Kryptowerte „ab dem Stichtag der Gesetzesverkündung in den Katalog des § 20 EStG (Einkünfte aus Kapitalvermögen) aufzunehmen." Damit würde die Haltefrist ebenso fallen wie der persönliche Steuersatz; stattdessen gälte die pauschale Abgeltungsteuer von 25 % (zzgl. Soli und Kirchensteuer).
Besonders brisant ist die Forderung nach einer „Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG" für Krypto-Assets. Dies würde bedeuten, dass Auswanderer ihre unrealisierten Gewinne bereits beim Verlassen Deutschlands versteuern müssten. Flankiert wird dies von der Forderung nach EU-weiten Handelsverboten für Proof-of-Work-Verfahren.
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<p class="color-neutral-800"><strong>Blockpit Einordnung:</strong> Das Modell der Linken würde das Ende der Krypto-Steuerfreiheit in Deutschland bedeuten: Die einjährige Haltefrist und die 1.000 € Freigrenze fielen ersatzlos weg. Stattdessen müsstest du auf jeden Swap oder Verkauf pauschal 25 % Abgeltungsteuer (zzgl. Soli und Kirchensteuer) zahlen. Die geplante Wegzugsbesteuerung würde zudem Steuern auf noch nicht realisierte Gewinne fällig werden lassen, sobald du deinen Wohnsitz ins Ausland verlegst.</p>
<p class="color-neutral-800">Die geforderten EU-weiten Handelsverbote für Proof-of-Work hätten drastische Auswirkungen auf fast jedes Portfolio, sind aus unserer Sicht aktuell jedoch eher unwahrscheinlich und würden einen langen EU-Gesetzgebungsprozess erfordern.</p>
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AfD: Krypto als Instrument der Eigenverantwortung
Die AfD positioniert sich als klarer Gegner der Regierungspläne. Dirk Brandes bezeichnete die Pläne zur Abschaffung der Haltefrist als „Frontalangriff auf Eigentum und Eigenverantwortung." Aus Sicht der Partei ist die Haltefrist „kein Steuerschlupfloch, sondern ein bewusst gesetzter Anreiz für langfristiges Sparen." Man fordert eine steuerliche Zurückhaltung gegenüber Krypto-Assets, da diese als dezentrale Güter einen wichtigen Beitrag zur privaten Vorsorge leisten würden.
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<p class="color-neutral-800"><strong>Blockpit Einordnung:</strong> Diese Position ist ein klares Bekenntnis zum Status Quo: Die einjährige Haltefrist soll als Anreiz für langfristiges Investieren erhalten bleiben. Für dich als HODLer die beste Nachricht – Gewinne nach einem Jahr würden weiterhin steuerfrei bleiben.</p>
<p class="color-neutral-800">Aber Achtung: Steuerfrei heißt nicht dokumentationsfrei. Das Finanzamt schaut gerade bei hohen steuerfreien Gewinnen genau hin. Wenn du nicht lückenlos belegen kannst, wann und zu welchem Preis du gekauft hast, riskierst du teure Schätzungen. Ein lückenloser Blockpit-Report ist deine „Lebensversicherung", um die Steuerfreiheit deiner Gewinne im Ernstfall zu beweisen.</p>
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Fazit und Blockpit Standpunkt
Aus unserer Sicht ist der Ruf nach neuen Steuergesetzen ein populärer Schnellschuss. Deutschland hat bereits jetzt alle Werkzeuge, um Krypto-Gewinne konsequent zu besteuern:
- Verkäufe und Swaps innerhalb der Jahresfrist
- Laufende Erträge aus Staking, Lending oder Mining
Das Problem ist nicht die Haltefrist, sondern der bisher lückenhafte Vollzug. Mit der DAC8-Erweiterung steht den Finanzbehörden ab 2027 eine gewaltige Datenflut zur Verfügung. Statt an neuen Gesetzen zu tüfteln, sollte der Fokus darauf liegen, diese Daten effizient zu nutzen.
Für dich gilt: Minimier deine Steuerlast im legalen Rahmen durch saubere Dokumentation und strategische Verlustverrechnung. Mit Blockpit bist du für die kommende Daten-Transparenz bestens gerüstet – egal, wie sich Berlin am Ende entscheidet.
Häufige Fragen zur Krypto-Haltefrist in Deutschland
Wurde die Haltefrist für Kryptowährungen bereits abgeschafft?
Nein. Aktuell handelt es sich ausschließlich um politische Debatten und Vorschläge. Am konkretesten sind derzeit die Grünen mit einem eigenen Gesetzentwurf, während sich die SPD noch bedeckt hält. Union und AfD sprechen sich aktiv für die Beibehaltung der einjährigen Haltefrist aus. Solange kein Gesetz im Bundestag verabschiedet wurde, bleibt die aktuelle Steuerfreiheit nach einem Jahr bestehen.
Gilt die 1.000-€-Freigrenze noch?
Ja, diese Freigrenze gilt seit dem Steuerjahr 2024 für alle privaten Veräußerungsgeschäfte. Wichtig: Es handelt sich um eine Freigrenze, keinen Freibetrag – sobald dein Gewinn 1.000 € erreicht, muss der gesamte Betrag versteuert werden. Sollte Krypto künftig wie Aktien behandelt werden (§ 20 EStG), würde diese Freigrenze durch den Sparerpauschbetrag ersetzt.
Welche Auswirkungen hat DAC8 auf mich?
Ab 2026 sind Krypto-Dienstleister EU-weit verpflichtet, Transaktionen und Bestände ihrer Kunden an Finanzbehörden zu melden. Dein Finanzamt erhält ab 2027 automatisch Daten über deine Aktivitäten auf Börsen. Lückenlose Dokumentation ist damit keine Option mehr, sondern Pflicht.
Muss ich Steuern zahlen, wenn ich nur Krypto gegen Krypto tausche?
Ja, nach aktueller Rechtslage in Deutschland ist jeder Tausch (z. B. Bitcoin gegen Ethereum) ein steuerlich relevanter Verkauf. Liegt zwischen Kauf und Tausch weniger als ein Jahr und überschreiten deine Gesamtgewinne 1.000 €, wird Einkommensteuer fällig. Blockpit hilft dir, den Überblick über diese oft unübersichtlichen Swaps zu behalten.
Hilfreiche Links
Bundesministerium der Finanzen – FAQ zu Kryptowährungen: bundesfinanzministerium.de
Einkommensteuergesetz (EStG) § 23 – Private Veräußerungsgeschäfte: gesetze-im-internet.de
Einkommensteuergesetz (EStG) § 20 – Einkünfte aus Kapitalvermögen: gesetze-im-internet.de
EU-Richtlinie DAC8 (2023/2226/EU): eur-lex.europa.eu
Deutscher Bundestag – Antrag der Linksfraktion (Drucksache 21/05824): dserver.bundestag.de
05/2026: Erstveröffentlichung